PNG oder JPG: welches Format solltest du wirklich nutzen?
Die Hälfte der Bilder auf deinem Computer liegt vermutlich im falschen Format vor. Nicht kaputt, nicht beschädigt, sondern still und leise viermal so groß wie nötig, oder ein wenig schlechter, als sie aussehen könnten. Die Frage PNG oder JPG klingt nach Trivialwissen, dabei entscheidet sie, wie groß deine Dateien sind und wie gut sie aussehen. Die Antwort braucht nur einen Absatz.
Hier ist sie: JPG ist für Fotos, PNG ist für alles mit scharfen Kanten. Screenshots, Logos, Diagramme, Text, Interface-Entwürfe: PNG. Alles, was aus einer Kamera kommt: JPG. Diese Regel deckt etwa 95% des echten Lebens ab. Spannend wird es beim Warum, denn sobald du das Warum verstehst, verwechselst du die beiden nie wieder.
Was JPG wirklich macht
JPG wurde 1992 standardisiert, und sein zentraler Trick ist noch immer bemerkenswert. Statt jeden Pixel originalgetreu zu speichern, zerlegt es das Bild in kleine Blöcke und beschreibt jeden Block als Mischung aus Mustern. Dabei behält es die Muster, die dein Auge wahrnimmt, und verwirft die, die es nicht bemerkt. Menschliches Sehen ist hervorragend bei Helligkeit und schwach bei feinen Farbdetails, also verteilt JPG seine Bytes entsprechend.
Bei einem Foto ist das fast ein Geschenk. Fotos stecken voller weicher Verläufe, Bildrauschen und organischer Textur, also genau dem Material, bei dem man die Hälfte der Daten wegwerfen kann, ohne dass jemand sagen könnte, was fehlt. Ein 20-MB-Bild direkt vom Sensor wird zu einem 3-MB-JPG, das auf jedem Bildschirm identisch aussieht.
Der Preis zeigt sich, sobald das Bild kein Foto ist. Gibst du JPG einen Screenshot mit scharfem, schwarzem Text, kehren die verworfenen Muster als schwacher, verschmierter Schleier um jeden Buchstaben zurück. Das Format tut genau das, wofür es gebaut wurde. Du hast ihm nur die falsche Aufgabe gegeben.
Was PNG wirklich macht
PNG kam 1996 auf die Welt, entstanden aus einem Patentstreit rund um GIF, und setzte auf die gegenteilige Strategie: nie etwas wegwerfen. Es komprimiert wie eine ZIP-Datei, findet Wiederholungen und kodiert sie effizient, und gibt dir am Ende jeden Pixel exakt so zurück, wie er hineinkam. Öffne und speichere ein PNG tausendmal neu, und es verliert nicht ein einziges Bit an Qualität.
Das macht PNG unschlagbar für synthetische Bilder. Ein Screenshot besteht größtenteils aus flächigen Farben und wiederholten Formen, und genau das frisst verlustfreie Kompression zum Frühstück. Die Datei bleibt klein, der Text bleibt messerscharf. PNG unterstützt außerdem echte Transparenz, weshalb jedes Logo, das du je auf eine Folie gezogen hast, ein PNG war.
Richtest du es aber auf ein Foto, dreht sich die Logik um. Ein Foto hat kaum exakte Wiederholungen, also findet PNG nichts zu komprimieren, und die Datei bläht sich auf. Dasselbe Bild, das als JPG zuverlässig 3 MB groß wird, wird als PNG oft 15 MB groß, und hier kommt der unbequeme Teil: Es sieht deshalb nicht besser aus. Bei einem normalen Foto in normaler Ansichtsgröße sind ein gut gemachtes JPG und ein PNG optisch nicht zu unterscheiden. Du zahlst das Fünffache an Speicherplatz für einen Unterschied, den du nicht sehen kannst.
Die Spickzettel-Tabelle
| Du hast | Nutze | Warum |
|---|---|---|
| Ein Foto von einer beliebigen Kamera oder einem Handy | JPG | Enorme Ersparnis, unsichtbare Verluste |
| Einen Screenshot mit Text oder UI | PNG | Scharfe Kanten bleiben scharf |
| Ein Logo oder Icon, das Transparenz braucht | PNG | JPG kennt gar keine Transparenz |
| Ein Diagramm, eine Grafik oder eine Zeichnung | PNG | Flächige Farben komprimieren verlustfrei |
| Ein Foto, das du immer wieder bearbeiten wirst | PNG (oder das Original) | Jedes erneute Speichern als JPG verliert ein Stück mehr |
Diese letzte Zeile verdient einen eigenen Satz. Die Verluste von JPG sind einmalig unsichtbar, aber sie summieren sich. Bearbeiten, speichern, bearbeiten, speichern, und nach einem Dutzend Generationen wird aus dem Schleier ein echtes Problem. Bearbeite deshalb in einem verlustfreien Format und exportiere ein JPG erst ganz am Ende, einmal.
Wann wandelst du also um?
Die häufigere Richtung ist PNG in JPG, meist weil sich ein Foto irgendwo unterwegs in einem PNG verfangen hat: ein Export aus einer Bearbeitungs-App, ein gespeichertes Bild aus dem Web, ein Scan. Wandelst du es zurück in JPG, kann das die Größe um 70 bis 80% senken, ohne sichtbaren Unterschied, und das zählt, wenn du es per E-Mail verschickst oder deinen Cloud-Speicher voll laufen siehst.
Die umgekehrte Richtung, JPG in PNG, kommt seltener vor, und man sollte ehrlich sein: Sie kann Details, die das JPG bereits verworfen hat, nicht wiederherstellen. Was sie kann, ist jeden weiteren Verlust zu stoppen, und genau das willst du, bevor du eine Datei für wiederholte Bearbeitung öffnest.
Noch etwas, das du wissen solltest, bevor du irgendetwas umwandelst. Die meisten Konverter-Websites funktionieren, indem sie dein Bild auf ihren Server hochladen, und deine Screenshots und Fotos haben etwas Besseres verdient als einen Umweg über den Computer eines Fremden. Diese Umwandlung ist simple Mathematik, und dein eigenes Gerät kann sie erledigen. Der Konverter unten läuft vollständig in deinem Browser: kein Upload, keine Anmeldung, keine Größenbeschränkungen, und er funktioniert sogar bei ausgeschaltetem WLAN. Wirf ein PNG hinein und überzeug dich selbst.